Salzburg und die Mozarttorte

Salzburgs beste Mozarttorten

Während die Mozartkugel seit dem 19. Jahrhundert eine steile Karriere hingelegt hat, fristet die Mozarttorte ein etwas stiefmütterliches Dasein. Das mag auch daran liegen, dass die Mozarttorte keinen einheitlichen Auftritt hat. Wir haben Salzburgs beste Mozarttorten unter die Lupe genommen.

Nicht einmal bei den Zutaten ist man sich einig. Nougat sollte drinnen sein, das ist der einzige gemeinsame Nenner, den die Bäcker und Konditoren beim Stichwort Mozarttorte nennen. Schon bei Pistazien ist man sich uneinig und fast die Hälfte aller Hersteller verzichtet auf Marzipan oder lässt Marzipan bestenfalls als Dekor an der Außenseite mitleben. „Marzipan mögen viele Kunden nicht“, erzählt Markus Götzenauer vom Cafe Classic.

Hier erwartet uns bereits die erste Überraschung. Die Mozarttorte schmeckt leicht und sieht nicht aus, wie man sich die Mehlspeise vorstellen würde. Natürlich wird hier im Erdgeschoß von Mozarts Wohnhaus des öfteren nach dieser Torte verlangt. Nicht nur Touristen schätzen sie, auch Einheimische. Geliefert wird die Mozarttorte im Cafe Classic aus Seekirchen von der Konditorei Moser. Die Innungsmeisterin selbst kümmert sich um die Mozart-Mehlspeise, hat sie aber in ihrem eigenen Cafe nicht fix in der Vitrine.

Beim Tortenmacher im Nonntal bemüht man sich erst gar nicht, einem Klischee gerecht zu werden. „Wir nennen unsere Torte daher auch Figarotorte – wer eine Mozarttorte bestellt, bekommt diese“, so Konditormeister Herbert Wagenleitner. Wenn ein Cafe schon Mozart im Namen trägt, erwartet man sich natürlich eine Mozarttorte. In der Getreidegasse im Cafe Mozart sieht die Torte recht traditionell aus: dunkler Schokoboden, Pistazie-Sahne, heller Boden, Nougat-Sahne, dunkler Schokoboden, Marzipanschicht, Sahnerosette und die Deko-Mozartkugel, allerdings nur ein Viertel. Im MozArts am Residenzplatz ist Marzipan auch nur in der halben Dekokugel präsent. Wer sichergehen will, eine Mozarttorte zu ergattern, sollte anrufen und reservieren. „Gut aber aus“ gilt für das Dessert in den meisten Konditoreien, die wir am späteren Nachmittag besucht haben. Im Tomaselli wurden die Pistazien durch Haselnüsse ersetzt und zwecks fruchtigem Aroma sogar Kirschen dazugemischt. Mürbteil und Bisquit sind in den Schichten vertreten.

Eine grüne Marzipanschicht überzieht die Torte im Cafe Glockenspiel direkt am Mozartplatz. Hier sieht die Torte so aus, wie man sich eine Mozarttorte vorstellt: Nugatsahne, Schokosahne und eben viel Marzipan. Und als Extra gibt es noch den kostenlosen Blick auf die Mozartstatue dazu. Mehr Klischee geht nicht. Die Mozarttorte „to take away“ findet man in der praktischen Schachtel bei Flöckner. Die Torte eignet sich zum Versand und als Mitbringsel. Sieht von außen wie eine eckige Sachertorte aus und beeinhaltet Schoko, Kakao, Pistazien, Marzipan und Mandel sowie Ribiselmarmelade. Auch in St. Gilgen wird man in Sachen Dessert dem Ruf als Mozartgemeinde gerecht. So serviert man im Cafe Dallmann Mozarts Reisetorte aus Schokolade, Mandeln, Marzipan, Nüssen und Orangenmarmelade und vergisst nicht darauf hinzuweisen, dass die Torte auch auf Reisen gut haltbar ist. Mozart war ja mehr als zehn Jahre auf Reisen – die Torte gab es damals natürlich noch nicht. Überliefert ist nur, dass Mozart Süßes liebte.

Autorin: Doris Wild